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Sonne, Sand und Dosenbier
Hach, was war das für ein schöner Urlaub!!! Blauer Himmel, durchschnittliche 27°C, lange feinkörnige Strände, klares Wasser bis zum Grund, ein schönes Hotel mit drei Pools und gutes Essen. Was will man mehr? Das Ende der Hauptsaison war auch sehr angenehm, es war nicht leer aber auch nicht überfüllt. Genau nach meinem Geschmack. Und Alcudia im Norden von Mallorca war definitiv eine gute Wahl, wie ein Ausflug in die Sauerkraut-Hochburg EL Arenal zeigte.

Der “Ballermann” war einfach nur langweilig: Bei dezenter Schlagermusik saßen alle gesittet beisammen und schlürften aus ihren Sangria-Gläsern - laute Mucke und die berüchtigten Eimer sind mittlerweile verboten. Rund 20 als Bayern verkleidete Spanier liefen an der Promenade entlang und warben für Parties im Oberbayern mit lautem “Ole”-Gerufe. Aha. Und dann waren da noch die endlosen Kneipen und Restaurants, deren deutsche angestellte einen alle paar Meter anquatschten und zu der “geilsten Party der Insel” einluden oder die Kostenübernahme durch das Restaurant versprachen, wenn man den Rekord von 10 Portionen Spare Ribs knackt (”Der Absacker-Schnaps geht dann auf`s Haus. Sagt einfach, ihr habt mit Wulfie gesprochen”).
Nicht zu vergessen die superintelligenten Werbetafeln: “SPECIAL OFFER - Two Drinks for the Price of two.” Hossa!!! Ursprünglich wollten wir von Alcudia für eine Nacht eine organisierte Party-Tour zu Jürgen Drews im Mega Palace buchen, da hatten wir dann aber keine Lust mehr drauf. Nach einem obligatorischen Wiener Schnitzel und einem Weizenbier haben wir uns dann schläunigst aus dem Staub gemacht.

Da waren uns die adipösen Engländer im Norden schon lieber. Denen war zwar auch nichts peinlich, z.B. generell oben ohne, egal wo, oder sich über den Dress-Code eines Steakhouse aufregen, weil sie nicht in Badehose reinkamen. Dafür gab es aber jeden Morgen English Breakfast. Eine gute Sache, so hatten wir das Gefühl, in zwei Ländern gleichzeitig Urlaub zu machen.
Unsere acht Tage haben wir ganz entspannt nach unseren Bedürfnissen gestaltet: Von Ausflügen mit dem Auto nach Cap Formentor, El Arenal, Cala Ratjada und der Drachenhöhle (Tropfsteine) über Spaziergänge bis zum Sangria nach dem Frühstück war alles drin. Und im Hotel sind wir bei der Abendanimation zwei Mal Bingo-König geworden und haben rund 60 € abgegriffen. Gar nicht schlecht. Begeistert war ich auch von dem Retro-Gefühl des Dosenbiertrinkens: Einfach toll dieses Gefühl, den Pinörkel zurückzuziehen und dieses unvergleichliche Zischen zu hören und am Ende die Dose in der Hand zu zerdrücken - das hatte ich seit Jahren nicht mehr.

Mich persönlich überrascht hat die Tatsache, dass ich mit dem Massentourismus so gut klar kam. Hatte ich doch während meiner Rucksackreisen vor ein paar Jahren geschworen, mich nie dieser Seuche hingeben zu wollen. Aber auch ich habe gemerkt, dass das Alter die Sichtweise ändern kann. Und nachdem ich Mallorca überstanden habe und es mir auch gefallen hat, kann ich nur sagen: Baby, mit dir fahre ich ab sofort überall hin